Austausch mit Spanien/Zaragoza in der Provinz Aragón vom 17. bis 28. April 2018

Endlich war es soweit und die Söhre-Schule Lohfelden hat eine Austauschschule in Spanien gefunden: das Colegio Alemán – die Deutsche Schule Zaragoza, gelegen in einem modernen Wohnviertel der Stadt.

Nach einem ruhigen Flug, der Ankunft in Madrid und der Weiterreise im Bus bis nach Zaragoza kamen die Schülerinnen und Schüler gegen 18:30 Uhr vor der Schule an. Ein moderner roter Backsteinbau mit freundlichen und erwartungsvollen Eltern und Schülern davor nahmen die Schülerinnen und Schüler in Empfang und brachten sie in ihr Gastelternhaus.

Am nächsten Tag lernten alle die Deutsche Schule Zaragoza kennen, eine Privatschule, die ihren Schwerpunkt auf Sprachen legt und Deutsch auf vielen unterschiedlichen Sprachniveaus für ihre Schüler anbietet. Große, helle Räume und eine sehr gute Ausstattung erwarteten die Schüler, doch zunächst gab es ein leckeres Willkommensfrühstück. 

Auf den Spuren der Römer (Paseo Romano) besuchten die Lohfeldener anschließend das imposante römische Theater der einstigen Stadt Cesaraugusta (so der römische Name Zaragozas), mitten in Zaragoza. Das Theater konnte 6000 Menschen fassen, der Durchmesser des halbrunden Theaters beträgt 100 Meter. Auf dem weiteren Rundgang erfuhren die Jugendlichen viel über das Leben der Römer in den ehemaligen Thermen und auf dem großen Forum, das die Römer direkt am Fluss Ebro angelegt hatten.

Während der Tage in Zaragoza arbeiteten die deutschen und spanischen Schüler gemeinsam an einem spannenden Krimiprojekt, das ihre Kooperationsfähigkeit stärkte und eine intensive Zusammenarbeit ermöglichte. Die spanischen Achtklässler hatten in ihrem Deutschunterricht den Krimi "Jeder ist käuflich. Ein Fall für Patrick Reich" gelesen, der in Kassel spielt. Die Aufgabe im Anschluss an die Lektüre bestand darin, in Kleingruppen gemeinsam mit den Besuchern aus Kassel eine eigene kleine Krimi-Szene zu formulieren und für die Vorführung am 26. April einzustudieren. 

An verschiedenen Tagen nahmen die Schülerinnen und Schüler aus Lohfelden am Unterricht der Fächer Deutsch, Spanisch, Geschichte und Geographie, Chemie und Physik sowie Sport an der Schule teil und konnten so einen anderen Unterrichtsstil als den an der eigenen Schule erfahren.

Auf dem Programm stand auch der Besuch einer Fabrik, die allen Leckermäulchen entgegenkam: Die Lacasitos Fabrik stellt bunte „Smarties“ her, die den Schülern sehr schmeckten. Lustig war, dass alle aus hygienischen Gründen eine Schutzkleidung anziehen mussten, wobei sich die Häubchen auf den Köpfen besonders gut für das Fotoshooting machten. 

Sehr beeindruckend war der Stadtpalast von Zaragoza, die Alfarería, die von Wehrmauern und einem Graben umgeben ist, wobei der älteste Teil aus dem elften Jahrhundert stammt und maurischen Ursprungs ist. Hier tagt das aragonesische Regionalparlament, außerdem beherbergt der imposante Bau ein Museum. Wunderschön sind die Arkadengänge der Prunkgemächer! Dieses Bauwerk entstammt der Mudéjar-Architektur und steht neben anderen aragonesischen Bauwerken dieser Architektur seit 2001 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

Nach einem interessanten Wochenende in den Familien, an dem die Schüler im Kreise ihrer Gastfamilie unterschiedliche Aktivitäten unternahmen, fuhren die Schüler am Dienstag in die südlichen Ausläufer der Pyrenäen nach Alquézar, einer traditionellen aragonesischen Kleinstadt, die von außen betrachtet einen äußerst wehrhaften Eindruck macht. Der Name stammt aus dem Arabischen „Al-Qasr“ und bedeutet „Festung“, was umso imposanter ist, da die Stadt auf einer felsigen Anhöhe liegt. Im Stadtinneren, dem Ortskern, finden sich enge Gassen, gesäumt von Häusern aus Natursteinmauerwerk und Ziegelsteinen, deren Obergeschosse teils auf Stützen ruhen, die durch Holzbalken miteinander verbunden sind. 

Eine sich anschließende geführte Wanderung durch den Vero-Canyon bei Alquézar verlangte Ausdauer und auch ein wenig Mut bei einer Kletterpartie entlang der Wasserfälle. Die Canyons und großen Wasserfälle des türkisfarbenen Flusses waren beeindruckend!

Um Zaragoza näher kennen zu lernen, organisierte die Deutsche Schule eine Stadtrallye im Zentrum Zaragozas. Nachdem alle an einer Stadtführung teilgenommen hatten und so bereits wichtige Informationen zur großen Basilika der Heiligen Jungfrau von der Säule, dem römischen Erbe und einigen versteckten Besonderheiten der Stadt erhalten hatten, war es eine Herausforderung, auf eigene Faust mit dem Stadtplan in der Hand Aufgaben zu lösen.

Ein weiterer Höhepunkt des Besuchs in Spanien war die Fahrt in den etwa 40 Kilometer entfernt liegenden kleinen Ort Muel und der Besuch eines Keramikmuseums. Muel ist berühmt für seine Keramikwerkstatt, die typische Keramiken herstellt, welche auf das 11. Jahrhundert zurückgehen.

In der Keramikwerkstatt hatte die deutsche Gruppe Gelegenheit, nach einer kurzen Einführung in die Arbeitsschritte der Keramikherstellung selbst kreativ zu werden: Unter der Anleitung mehrerer Töpferinnen und eines Töpfers aus der Werkstatt entstanden handgeformte Tiere, Vasen und Schalen. Die Arbeit an der Töpferscheibe war eine Herausforderung, machte aber auch viel Spaß.

Am Nachmittag schlossen die Austauschschüler gemeinsam ihr Krimi-Projekt ab. In der Mehrzweckhalle der Schule stellten sie ihre Spielszenen den Mitschülern und Eltern des achten Jahrgangs vor. Mit viel Spielfreude und großem Einsatz (kleinere Stunt-Einlagen mit Sturz von der Bühnenkante inbegriffen) zeigten die elf Gruppen, was sie im Lauf der vorangegangenen Woche erarbeitet hatten. 

Am Freitag fuhren zum Abschluss die deutschen und spanischen Jugendlichen gemeinsam zu den Galachos, einem Naturschutzgebiet im Tal des Flusses Ebro. Beeindruckend war der Kontrast zwischen dem trockenen, fast lebensfeindlichen Klima in der Höhe und dem kühleren, feuchten Klima im Überschwemmungsgebiet. 

Traurig mussten die deutschen Schülerinnen und Schüler morgens Abschied nehmen, doch es war tröstlich zu wissen, dass die spanischen Austauschschüler ja vom 11. bis 22. Juni 2018 kommen und sie wieder viele schöne Aktivitäten gemeinsam unternehmen würden. Bis dahin heißt es: „Adiós y hasta la vista!!“

Bei der gemeinsamen Arbeit am Krimi-Projekt

Klettern am Rio Vero

Besuch in der Lacasitos-Fabrik

Töpfern in Mull 

 

 Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Austauschs

 

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