Projekttage an der Söhre-Schule vom 26.06. bis 28.06.2017

Bereits im Schuljahr 2015/16 hatte es auf Schülerwunsch Projekttage an der Söhre-Schule gegeben. In diesem Schuljahr entstanden die Projekte aus den Schülerwünschen, die im letzten Jahr angewählt wurden, sowie aus Projektideen, die Kolleginnen und Kollegen anboten. Schon seit März traf sich die Planungsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der SV, Lehrinnen und Lehrer (Frau Schäfer,  Frau Asselborn,  Herr Waldow,  Herr Fichtner und Frau Langefeld) sowie Mitgliedern der Schulleitung (Herr Müller und Herr Schaumburg).

Insgesamt wurden ca. 50 Projekte angeboten, von denen knapp 40 angewählt wurden. Während zweieinhalb Tagen arbeiteten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Leiterinnen und Leitern der Gruppe, am dritten Tag wurden dann viele Projekte im Atrium der Söhre-Schule präsentiert.

Im Folgenden werden einige Projekte beispielhaft vorgestellt.

 

„Lebende Tote“

Dieses Projekt startete mit einer allgemeinen Einführung über Mexiko, wo der Totenkult auch in heutiger Zeit eine große Rolle spielt. Mit Hilfe von Büchern und dem Internet informierten sich Schülerinnen und Schüler über den Totenkult in Mexiko, was am Ende der Projekttage auf einer Wandzeitung dargestellt wurde. Die Kursteilnehmer erfuhren und erarbeiteten etwas über die Symbolik von Pyramiden und Schlangen, die für den Totenkult eine ebenso große Rolle spielen wie die Vogelschlange Quetzalcoatl. Dies ist eine gefiederte Schlange, die bei den Azteken und Mayas bedeutsam ist und für den Sonnenkult in Verbindung mit Opferritualen wichtig war, da man glaubte, dass ohne Opfer die Sonne untergehe. Aber auch heute noch in der christlichen Welt der Mexikaner wird ein Totenkult zelebriert: Am Tag der Toten - „Día de los Muertos“ genannt - machen sich die Lebenden über die Toten lustig, verkleiden sich als Tote, um dadurch die Angst vor dem Tod zu überwinden. Am 02. November also besteigen die Lebenden die Gräber der Toten, um mit den Toten ausgelassen und fröhlich zu feiern. Um noch mehr über uns fremde Totenkulte zu erfahren, ging der Kurs unter Leitung und Museumsführung von Herrn Schlingmann in das Museum für Sepulkralkultur in die Mexiko-Abteilung, was hoffentlich auch von einer spaßigen Seite gesehen werden konnte, ganz so, wie es die Mexikaner tun.

„Technisches Fotografieren“

In diesem Projekt lernen die Schülerinnen und Schüler einiges über Blende, Verschlusszeiten, Objekte und Perspektiven sowie über die Entwicklung der Fotografie. Gruppenleiter waren Frau Knöpfel und Herr Buchler.

Anhand verschiedener Themen wie „Farbe“ (unterteilt in „Blau, Rot, Gelb, Grün“) oder „neue Perspektiven“  gingen die Kursteilnehmer auf Foto-Entdeckungstour in und außerhalb der Schule. Hierbei ging es um Ausschnittfotografie und ungewöhnliche Perspektiven. Die Ergebnisse wurden auf die Leinwand gebracht, besprochen und bearbeitet. Ziel war es, sein Lieblingsbild auszudrucken und auf einer Ausstellungswand des Projekts „Foto-AG“ im Atrium zu präsentieren.

 

„Film Projekttage“

Unter Leitung von Frau Vogel und Frau Sahitolli sollten Schülerinnen und Schüler zu Beginn ihre Beweggründe dokumentieren, warum sie an diesem Projekt teilnehmen wollten. Teilnehmer aus den Jahrgängen 5-9 interessierten sich für Schauspiel, Spezialeffekte und technische Ausrüstung, oder wollten lernen, wie man privat gedrehte Filme technisch verbessern kann.

Manche Schülerinnen und Schüler möchten Kameramann oder  - frau werden und brachten bereits Vorerfahrungen mit, während andere keine Vorerfahrungen besaßen. In diesem Projekt lernten die Teilnehmer im Vorfeld Fakten zu Filmtechniken.

Als Arbeitsvorlage hatten die Kursleiterinnen eine Drehbuchskizze erstellt. In Anlehnung an die „Tagesschau“ sollte eine „Söhre-Schau“ entstehen, was bedeutet, dass die Teilnehmer des Projekts einen Bericht über einzelne Projekte in der Projektwoche in Form eines Videos erstellten. Für jedes Projekt sollten 5-10 Sekunden gefilmt werden, textlich begleitet durch Kommentare oder Interviews. Dabei sollten witzige und ernsthafte Elemente eingearbeitet werden, sodass das Endprodukt schließlich am letzten Projekttag präsentiert wurde. 

 

„Fluchtwege“

Die Teilnehmer dieses Projekts vollzogen Wege der Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern nach, erfuhren, wie diese lebten und warum sie fliehen mussten. Mit Hilfe von Landkarten zeichneten die Schülerinnen und Schüler die Fluchtwege nach, notierten sich Fragen zum Leben und zur Flucht der Menschen, die sie zu beantworten versuchten. Der Projektleiter Herr Zeiler gestaltete mit den Teilnehmern ein Rollenspiel, in dem 16 Gründe genannt wurden, warum Menschen fliehen. Die Schülerinnen und Schüler sollten nachvollziehen, wann und warum Menschen fliehen und sich selbst fragen, wann sie fliehen würden. Bereits nach höchsten fünf Gründen von 16 äußerten die meisten Kursteilnehmer, dass sie fliehen würden, wenn z.B. Kinder krank würden und kein Geld für die ärztliche Behandlung oder gar keine Ärzte da seien oder aber wenn die Ernte in zwei Folgejahren vernichtet sei. Dabei sollten sie erkennen, was Betroffene zurücklassen mussten. Die Schülerinnen und Schüler  sortierten Sachinformation, werteten diese aus und sahen Filmberichte über Flüchtlinge, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was diese Flucht für die Menschen bedeutet.  Am Ende des Projekts sollten Plakate erstellt werden mit Sachinformation, Erklärungen oder Aufforderungen, Flüchtlingen zu helfen; alternativ sollte ein Rollenspiel aufgeführt werden.

 

„Local Hero“

Die Anregung zum Thema dieses Projekts entstand vor zwei bis drei Jahren in Hessisch-Lichtenau durch Herrn Jesús Solar-Requeña an der Universität Kassel zum Thema „biographisches Lernen im Religionsunterricht“. Schülerinnen und Schüler sollten sich selbst besser kennen lernen und sich fragen: „Wer bin ich eigentlich?“ Sie sollten ihre Stärken und Schwächen kennen lernen, ihre Selbstwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung vergleichen und nach Vorbildern in ihrem Alltag suchen. Auch sollten sie sich fragen, ob sie nicht selbst Vorbilder sein könnten, wenn sie z.B. andere gut motivieren können oder sozial engagiert sind. Viele der Teilnehmer haben noch nie so über sich selbst nachgedacht oder etwas über sich aufgeschrieben. Außerdem sollten die Teilnehmer lernen, mit Kritik und Lob umzugehen und lernen, wie sie bei ungerechtfertigter Kritik reagieren und sich wehren können. Das Ziel des Projekts von Frau Wachs, Frau Jünemann und Herrn Capasso war es, dass Schülerinnen und Schüler einen Steckbrief oder Fließtext über sich selbst anonym schreiben und darüber nachdenken, was sie zu einem „Local Hero“, einem Alltagshelden,  macht.

 

„Kosmetik“

Unter der Leitung von Frau Noritzsch und Frau Asselborn arbeitete dieses ausschließlich aus Mädchen bestehende Projekt zum Thema selbst hergestellte Kosmetik. Tagescremes, Badeperlen oder Lippenstifte wurden aus natürlichen Stoffen selbst hergestellt, dabei wurde u.a. gelernt, welche Stoffe sich verbinden und wie man sie mischen muss. So erfuhren die Schülerinnen, dass Parfum aus drei Komponenten besteht: der Basisnote, der Kopf- und der Herznote. Mit Hilfe von Vanille, Kokos, Jasmin, Sandelholz und anderen Duftstoffen konnten die Schülerinnen ihren Duft selbst kreieren. Sie mussten auch verstehen und erklären können, was sie produziert haben. Einerseits wurde nach Anleitung gearbeitet, andererseits blieb viel Raum für Individualität. Es wurden ausschließlich Naturprodukte wie Zitronensäure, Natron, Bienenwachs und Kakaobutter verwendet. Als Ergebnis konnten die Schülerinnen tolle verschiedenfarbige und wohl riechende Produkte vorweisen.

 

„Erste Hilfe“

Unter Leitung von Herrn Ayivoh vom Förderverein erklärte Herr Weber vom ASB u.a. an einer Puppe, wie man bewusstlose Menschen korrekt beatmet oder bei Herzstillstand reagieren muss. Mit Hilfe eines Defibrillators erklärte Herr Weber, wie man die Elektroden am Brustkorb richtig ansetzt und für das Wiedereinsetzen der Atmung sorgt. Dabei gibt das gerät die Kommandos. Auch die korrekte Mund - zu - Mund - Beatmung wurde den Schülerinnen erklärt oder aber wie die richtige stabile Seitenlage anzuwenden ist. Vor allem aber müsse der Notruf (112) abgesetzt werden, damit nach der Ersten Hilfe Ärzte sich um die verletzte Person kümmern können.

Die Schülerinnen und Schüler verfolgten den Vortrag sehr aufmerksam und interessiert, zumal sie auch selbst zeigen mussten, was sie gelernt haben. Nach den zweieinhalb Tagen erhielten die Teilnehmer eine Bescheinigung zum absolvierten Erste-Hilfe-Kurs, die man dann auch für den Führerschein verwenden kann.

 

„Theater- Ministück/ Improvisationstheater“

Die Schülerinnen hatten viel Spaß bei den Übungen, die Frau Letz-Neumann und Frau Trupp anleiteten, wenn sie z.B. ein Klatschen weitergaben und bei dem Ruf „Maus“ hochspringen mussten, was schließlich in immer schnellerem Wechsel geschah. Schnell konnte man dabei durcheinander kommen. Bei der „Raupe“ war der Kopf hinten bei der letzten Schülerin, sodass die vorderen Schülerinnen nur verzögert wahrnehmen konnten, welche sanften Druckimpulse die letzte Schülerin an der Schulter ihrer Vorderfrau für vorwärtsgehen, an den Schultergelenken rechts oder links für Richtungswechsel oder sanft auf den Kopf für stehenbleiben gaben. So bewegte sich die Raupe quer durch den Raum, auch über die Treppen. Dass Ziel dieses Projekts war es, kleine Szenen zu improvisieren, etwas spontan entstehen zu lassen oder eine Bewegungschoreographie zu erstellen, bei der alle das Gleiche machten.

 

„Fliegen“

Herr Pittner bot das Projekt „Fliegen“ an und faltete mit Schülerinnen und Schülern nach Anleitung Papier zu Hubschraubern und Papierfliegern. Die Teilnehmer mussten selbst überlegen, wie sie vorgehen müssen und sollten auch in der Lage sein zu erklären, wie ihr Objekt funktioniert. Es wurde ein 1.50 Meter großer Heißluftballon aus Seidenpapier gebaut, als Korb diente der  abgeschnittene untere Teil einer Plastikflasche. Natürlich wurden die verschiedenen Flieger draußen auf Flugtauglichkeit getestet. Außerdem wurde ein Funktionsmodell aus Pappe hergestellt, dessen Tragflächen gebogen waren und in denen sich kleine Holzstäbe befanden. Diese Steuerung erfolgt nach denselben physikalischen Prinzipien wie bei einem echten Flieger. Die Kinder waren sehr geschickt und eifrig dabei, zumal die Flieger bei der Präsentation am Mittwoch funktionieren sollten.

 

„Experimente aus Physik und Chemie“

Kam man in den Raum, konnte man Kinder beobachten, wie sie Versuche durchführten, was denn mehr Wasser aufnehme: Erde oder Sand. Es wurden dazu Sand und Erde mit Wasser begossen und durch eine Sanduhr gemessen, wie viel Wasser innerhalb der abgelaufenen Zeit durch den Sand und die Erde aufgenommen wurde. Das Ergebnis wurde auf Arbeitsblättern dokumentiert. Dieser Versuch war Bestandteil einer Lernwerkstatt mit dem Thema „Klimawandel“, in der Schülerinnen und Schüler erarbeiteten, was globaler Klimawandel ist, welche Auswirkungen es gibt und wodurch Umweltkatastrophen und Erderwärmung ausgelöst werden. In der Theorie erlernten sie Begriff wie „Treibhauseffekt“ und erfuhren von individuellen möglichen Maßnahmen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken, z. B. durch das Benutzen von Fahrrädern für den Schulweg.

Es wurden mehrere Experimente durchgeführt, beispielsweise wie Wind entsteht und Sturmschäden verursachen kann oder wie Licht Solarstrommotoren antreibt. Mit Hilfe einer Lichtquelle und Solarzellen ließ sich beobachten, wie sich die Spannung verändert, je nachdem, wie schnell sich der an Solarzellen angeschlossene Ventilator dreht. Diese Klimawerkstatt wurde den Kursleitern Frau Gaßmann, Frau Olbert und Herrn Waldow vom „Geo-Naturpark Frau Holle-Land“ zur Verfügung gestellt.

 

„Tanzen Hip Hop“

Frau Seyer, die an der Söhre-Schule die Tanzpause organisiert und im AG-Angebot nachmittags ein Tanzangebot macht, leitete diesen Kurs an den Projekttagen, bei dem Schülerinnen aus den Jahrgängen 5-9 teilnahmen. Waren die Kursteilnehmerinnen anfangs noch zurückhaltend, entwickelten sie allmählich durch gezieltes Üben und Anleiten sowie mit Hilfe des Spiegels in der neuen Halle mehr Sicherheit. Nach dem Prinzip „learning by doing“ erarbeiteten die Schülerinnen unter Anleitung eine kleine Choreographie nach Vorgaben der Kursleiterin ein. Die Teilnehmerinnen lernten, in Gruppen zu agieren, Aufstellungen zu machen und synchrone ausdrucksstarke Bewegungen zu vollführen. Vorschläge von Schülerinnen wurden dabei in die Choreographie eingebracht. Das Ziel des Projekts war eine Aufführung im Atrium.

 

„Mädchenfußball“

Ebenfalls in der neuen Halle trainierten Schülerinnen der Söhre-Schule unter Anleitung von Herrn Koch Fußball. Das Üben wurde von Musik begleitet, es gab vier Themenbereiche: Dribbling, Passen, Torschuss und Spiel. Durch verschiedene Übungen wurde die Technik herausgearbeitet, natürlich auch unter Einbezug eines Theorieblocks, bei dem die Schülerinnen Fragen stellten und durch  ein Fußball-Quiz Antworten bekamen. Die meisten Mädchen hatten vorher noch keine bis geringe Erfahrungen mit Fußball, jedoch waren unter den Teilnehmerinnen einige wenige Vereinsspielerinnen. Mit Interesse und Elan waren die Schülerinnen dabei und hielten das Training über die zweieinhalb Tage gut durch.

 

„Nähen und Schmuckgestaltung“

In diesem Projekt wurden kleine Eulen genäht und  Stiftrollen aus Stoff gefertigt. Manche Schülerinnen waren das erste Mal an der Nähmaschine und wurden von den Projektleiterinnen Frau Opel und Frau Seyler, die auch nachmittags an der Söhre-Schule die Näh-AG leitet, unterstützt. Die Schülerinnen aus den Jahrgängen 5-8 stellten Schmuckbänder, Armbänder, Colliers, Stecker, Ohrringe und Broschen aus Stoffresten her, die mit Blättchen, Perlen und Pailletten bestückt wurden. So lernten die Teilnehmerinnen mit Materialien, Schere, Nadel und Nähmaschine umzugehen. Das Ziel des Projekts war es, die Ergebnisse in den Klassen vorzustellen. Diese Arbeit machte den Schülerinnen so viel Spaß und die Arbeitsatmosphäre war so konzentriert, dass sie zur Pause angehalten werden mussten.

 

Insgesamt waren die Projekttage an der Söhre-Schule sehr erfolgreich, machten Spaß, boten andere Einblicke als das übliche Schulleben und waren von Präsentationen im Atrium gekrönt.

 

Petra Fadell

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