„Man erfährt, wie man sich anpassen kann.“

Nach dem Besuch der deutschen Schülerinnen und Schüler in Zaragoza waren die spanischen Austauschpartner natürlich gespannt, die Söhre-Schule, Lohfelden und Kassel kennen zu lernen. Nach der Ankunft und der freudigen Begrüßung vor der Söhre-Schule am Abend des 17. Juni gab es am nächsten Morgen einen kleinen Willkommensimbiss und eine Begrüßung durch den Schulleiter Herrn Scheinost. Anschließend gab es schon gleich einen interessanten Programmpunkt, nämlich einen Besuch mit Führung in der Grimmwelt Kassel, wo die Schülerinnen und Schüler einiges über die Brüder Grimm und ihr Leben und Wirken erfuhren.

Am Mittwoch, dem 19.7., durften die spanischen Schülerinnen und Schüler dann das VW-Werk in Baunatal besuchen und erhielten interessante Einblicke in die Produktion, zu verschiedenen Arbeitsabläufen und zu den verschiedenen Ausbildungsberufen im VW- Werk. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich ob der Größe und Bedeutung des VW- Werks in Baunatal beeindruckt.

Die nächsten Tage wurden in den Familien verbracht, wodurch die spanischen Gäste erfuhren, wie sich das Familienleben in Deutschland gestaltet und welchen Freizeitaktivitäten ihre Austauschpartner nachgehen. Die deutschen Gasteltern hatten sich viele unterschiedliche Programmpunkte einfallen lassen und ihren Gastkindern vieles geboten.

Am 24. Juni fuhren die spanischen Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen im Zug nach Frankfurt, um diese große Stadt zu erleben und um einzukaufen. Außerdem erkundeten sie die Stadt durch eine Stadtrallye und konnten die Besonderheiten sowie wichtige Baudenkmäler kennen lernen.

Vom 25. Bis 26. Juni wurden die deutschen und spanischen Schülerinnen und Schüler in Gruppen eingeteilt: Die einen besuchten den Viktoria-Bunker und erhielten eine Bunkerführung, nachdem sie das Stadtmuseum besucht und bereits dort einiges über Kassel vor und während des Zweiten Weltkrieges erfahren hatten. Durch die Bunkerführung wurde ihnen verdeutlicht, was es bedeutete, bei Luftangriffen Schutz suchen zu müssen, und sie erhielten eine Ahnung davon, warum und wie Kassel im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Parallel dazu erarbeitete die zweite Gruppe in dem Projekt „Mein Leben- dein Leben; Mi vida - tu vida“ Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben der Jugendlichen in Spanien und Deutschland. Dabei interviewten sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig auf Spanisch und Deutsch und erzählten von ihren Hobbies, ihren Lieblingsplätzen, Freizeitaktivitäten und verglichen Besonderheiten bei Festen und beim Essen. So fiel es beispielsweise auf, dass die spanischen Jugendlichen viel mehr draußen im Freien sind und länger abends draußen bleiben, außerdem viel später zu Abend essen als ihre deutschen Austauschpartner. Natürlich gab es auch Unterschiede bei der Wahl der Lieblingsmusik und –gruppen. Und über das deutsche und spanische Schulsystem gab es durch die inzwischen gemachten Erfahrungen viel zu berichten und zu vergleichen.

Ihre Projekt-Ergebnisse stellten die Schülerinnen und Schüler dann jeweils in der Fremdsprache mit Hilfe von erstellten Plakaten und Fotos den Eltern anlässlich des deutsch-spanischen Abends vor, den die Eltern gemeinsam mit den deutschen Schülerinnen und Schülern organisiert hatten. Es gab viel Leckeres zu essen, und zwar in Form eines von den Eltern zusammengestellten Buffets. Für die Getränke engagierte sich dankenswerterweise der Förderverein der Söhre-Schule.  

Auf den persönlichen Gewinn des Austausch angesprochen, äußerte Anida: „Es war eine gute Erfahrung, weil man viele Unterschiede kennen gelernt hat, zum Beispiel beim Essen. Außerdem habe ich viele Eindrücke in Spanien gewonnen.“ Auch Nisa schloss sich an: „Man erfährt einiges über die spanische Kultur und man lernt sich anzupassen. Außerdem habe ich gelernt, wie man z.B. in einem Burger-Restaurant bestellt und Missverständnisse vermeiden kann.“ Margena und Carlotta berichteten: „Man lernt etwas über das Leben in den Familien und auch ein bisschen, in deren Geschwindigkeit zu reden. Toll ist das neue Essen wie Tortilla oder patatates con jamón y huevos!“ Anjolina und Zoe betonten: „Man sammelt Erfahrungen in einer neuen Kultur und baut neue Freundschaften auf, auch lernt man neue Vokabeln und Redewendungen auf Spanisch durch das Leben in den Familien.“ Filip und Noah unterstrichen, dass sich eine Teilnahme an dem Austausch auf jeden Fall lohnt, weil die Gasteltern sehr großzügig seien und nicht so streng mit den Gastkindern seien, man außerdem eine schöne Landschaft entdecken könne und von dem wunderbaren Wetter in Spanien profitiere. Auch die tollen Ausflüge und die viele Freizeit machten den Austausch auf jeden Fall interessant, sodass man unbedingt nur empfehlen könne, daran teilzunehmen. 

Diese Möglichkeit ist den Schülerinnen und Schülern auch im neuen Schuljahr im März/April 2020 gegeben, wenn es dann heißt: „Auf nach Zaragoza!“ 

Vor der Grimmwelt

Gemeinsame Arbeit am Projekt 

Mi vida - tu vida

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